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Coogans Bluff

Coogans Bluff

17.10.2016 - Düsseldorf

Flying To The Stars

Das dritte Album seit Poncho Geburt. Eine Band, die sich vor 4 Jahren mit „Poncho Express“ an einem Punkt neu erfunden hatte, wo andere stagnieren oder sich endlos wiederholen. Stattdessen legte das Quintett zwei überzeugende Alben hin. Die Vorgeschichte ist ausreichend bekannt.

Der Sänger stieg 2012 nach zwei Alben aus, Bassist Clemens Marasus übernahm den Gesang, Bläser geben nun den instrumental geprägten Parts Melodien, Groove und bringen u.a. den ROLLING STONE zum Schwärmen, dass die Band „zwischen 60s/70s-Hardrock, Hippie-Funk und einer Art Blues-Dekonstruktion im Sinne von Captain Beefheart“ changiert. „Poncho Express“ war ein gewagter Neuanfang, im Nachhinein ein Meilenstein und Einschnitt. Zwei Jahre später war „Gettin` Dizzy“ die Weiterentwicklung dieser Idee. So flexibel die Bandmitglieder Wohnorte zwischen Rostock, Berlin und Leipzig wechselten, ging man auch mit musikalischen Zielen um. Auf beeindruckende Weise hat man sich einen eigenen Platz in einer zum Platzen gefüllten Schublade erkämpft, die gern den Stempel „Retro“ trägt. Favoriten kommen aus den goldenen 70ern, man wühlt in Kisten mit Krautrock, Progressive, Fusion, aber auch Space-, Psychedelic-, Stoner- oder Bluesrock. Die Koordinaten sind bekannt, doch kann man lange blättern, um aktuelle Bands zu finden, die vergleichbar klingen.

Mit „Flying To The Stars“ geht man nun weitere Schritte oder hebt, um im Bild zu bleiben, in ganz andere Sphären ab. Quasi ungewollt ist ein Konzept-Album entstanden. Die Einzelteile passten perfekt zusammen. Ideen reiften, Texte entstanden. Zitate, Hinweise, Artwork und Musik griffen ineinander und die einzelnen Stufen durften gezündet und die Reise zu den Sternen angetreten werden. Die Band vergleicht ihr Album „ein wenig mit dem Film "Interstellar", nur ohne das kitschige Ende. Die Ausganssituation ist der Welt von heute sehr ähnlich, das Zerfallen weltweiter Ordnungsstrukturen, Konflikte der Religionen, Hungerkatastrophen, Erstarken alter reaktionärer Mächte und Weltanschauungen - kurzum es ist Zeit nach einem Neuanfang zu suchen.“

Als Opener das fast 13 minütige „Flying To The Stars“. Ein zentraler Song, der zweifelsfrei ein erster Höhepunkt ist. „Ein fulminanter Raketenstart, Geschwindigkeit und Energie, bis man aus der Atmosphäre heraus tritt und abrupt in die  Schwerelosigkeit gleitet“, so wird mit einem Lächeln das Arrangement erklärt. „Dann geht die Reise langsam los und der Reisende betet Mantra-artig seine Sehnsüchte und Hoffnungen vor sich hin: „Flying to the Stars – with my Spaceship very fast - to find a place above - full of love”. Die Rakete beschleunigt und steuert in Richtung eines Wurmloches, sie wird schneller und schneller, alles wird laut und sie verschwindet in eine andere Galaxie. Sie sendet uns nur noch rudimentär die Melodie zurück.“

 

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